Die erste gelieferte Maschine allein macht einen Händler noch nicht startklar. Vertrieb, Vorführteam und Kundendienst müssen die gelieferte Ausführung kennen, ihre Eignung am Kundenstandort prüfen, Gefahren erkennen, eine kontrollierte Vorführung durchführen, die Übergabe erklären und nachvollziehbare Servicenotizen hinterlassen.
Praktische Aufgaben zuerst
Legen Sie für jede Rolle überprüfbare Aufgaben fest. Der Vertrieb muss die richtigen Standortfragen stellen und die dokumentierten Grenzen kennen. Das Vorführteam muss den Arbeitsbereich sichern und bei geänderten Bedingungen nach Anleitung stoppen. Techniker müssen die Ausführung erkennen, die richtigen Unterlagen verwenden, Fehler systematisch prüfen und bei Bedarf weitergeben.
| Rolle | Mindestanforderung vor dem Start | Praxisnachweis |
|---|---|---|
| Vertrieb | Gelände, Bewuchs, Zufahrt, Hangneigung, Zielmarkt und kaufmännische Anforderungen erfassen | Ausgefüllter Fragebogen oder Zusammenfassung der Angebotsanfrage |
| Vorführteam | Fernbedienung erklären, Arbeitsbereich absperren, Not-Halt prüfen und kontrolliert vorführen | Beobachtete Praxisprüfung mit Protokoll |
| Servicetechnik | Ausführung identifizieren, Kontrollen nach Anleitung durchführen, Fehlernachweise sichern und Eskalationsweg einhalten | Ausgefülltes Abnahme- oder Werkstattprotokoll |
| Übergabeverantwortliche | Anleitungen, Einsatzgrenzen, grundlegende Wartung und Servicekontakte mit dem Käufer durchgehen | Unterzeichnetes Übergabeprotokoll |
An der gelieferten Maschine schulen
Erfassen Sie Typenschild, bestellte Ausstattung, Seriennummer, Motorunterlagen, Anleitung der Steuerung und aktuelle Betriebsanleitung. Nach der MERI-Anleitung vom August 2026 sind bei Ausstattungsunterschieden das Typenschild und die bestätigte Bestellung maßgeblich. Für Motor und Steuerung gelten deren jeweilige Anleitungen.

Lassen Sie die Teilnehmer Bedienelemente, Not-Halt, Trennstellen, Schneidbereich, Schutzvorrichtungen, Warnhinweise, Wartungsstellen und vorgesehene Zurrpunkte an der Maschine zeigen.
Sicherheitsgrenzen praktisch prüfen
Schulen Sie nur Erwachsene, die die einschlägigen Anleitungen gelesen und verstanden haben. Die aktuelle MERI-Anleitung verlangt geschulte erwachsene Bediener und während des Betriebs mindestens 15 m Abstand zu Personen und Tieren. Örtliche Vorschriften oder Standortregeln können mehr verlangen. Der Bediener braucht einen sicheren Standort, einen freien Rückzugsweg und freie Sicht auf Maschine und Arbeitsbereich.
Gehen Sie vor dem Start um die Maschine. Prüfen Sie Schutzvorrichtungen, Befestigungen, Betriebsstoffe oder Akku, Raupen, Schneidbereich, lose Gegenstände, Unbeteiligte, Gelände, Kommunikation und Stoppfunktionen. Das Protokoll hält fest, welche Schritte der Teilnehmer durchgeführt hat.
Fernsteuerung langsam üben
Identifizieren Sie Schalter, Joysticks, Anzeigen und Notbedienelemente der gelieferten Fernbedienung. Prüfen Sie in einem abgesicherten Bereich Kommunikation, Lenkung, Vorwärts- und Rückwärtsfahrt, Einschalten des Schneidwerks, gegebenenfalls Schnitthöhe, normales Anhalten, Not-Halt und das vorgegebene Verhalten bei Störungen. Folgen Sie der mitgelieferten Steuerungsanleitung.

Üben Sie gleichmäßige Eingaben und bewusstes Anhalten. Auch bei Fernsteuerung bleiben Unbeteiligte, ausgeworfene Gegenstände, Kipp- und Rutschgefahr, verdeckte Hindernisse, Verkehr, Uferkanten und instabiler Boden zu berücksichtigen.
Vorführgelände vorher prüfen
Erfassen Sie vor dem Kundentermin gemessene Hangwinkel, Boden, Wuchshöhe und Stängelstärke, verdeckte Fremdkörper, enge Tore, Absturzkanten, Gewässer, Verkehr, freilaufende Tiere, öffentliche Wege und geplante Mährichtung. Fotos und Videos ergänzen die Begehung.
Prüfen Sie, ob die Maschine zur Aufgabe und der Boden zum Einsatz an diesem Tag passen. Nasser Lehm, loser Füllboden, Spurrinnen, Draht, Steine und brüchige Kanten können eine Vorführung gefährlich machen. Nutzen Sie unsere Checkliste für Händlervorführungen zur Vorbereitung.
Kontrolliert vorführen
Legen Sie vor dem Mähen Grenzen fest, entfernen Sie vermeidbare Fremdkörper, unterweisen Sie Zuschauer und klären Sie, wer einen Stopp auslösen darf. Beginnen Sie mit langsamer Fahrt und Lenkung. Prüfen Sie normales Anhalten und Not-Halt, bevor Sie das Schneidwerk einschalten. Nutzen Sie eine kleine repräsentative Fläche.
Bei der Vorführung geht es um Eignung, Bedienung, Schnittbild, Zufahrt, Arbeitsablauf und Kundenerwartungen innerhalb der dokumentierten Grenzen. Halten Sie die Bedingungen und offene Fragen an das Werk fest.
Abnahme, Übergabe und Schulung trennen
Die Prüfung vor der Auslieferung bewertet die Maschine. Die Übergabe prüft, ob der Käufer Gerät und Unterlagen erhalten hat. Die Bedienerschulung prüft praktische Fähigkeiten. Halten Sie die drei Schritte gesondert fest.
Das aktuelle MERI-Prüfformular umfasst 13 Positionen, darunter Montage und Schutz, Antrieb, Start, Funkverbindung, Fahrt, Lenkung, Schneidwerk, Stopp, Verhalten bei Störung und Raupenzustand. Verwenden Sie das Formular für die gelieferte Ausführung und archivieren Sie es. Siehe Checkliste zur Übergabeprüfung.
Übergabe praktisch dokumentieren
Gleichen Sie Seriennummer und Ausstattung mit der Bestellung ab. Übergeben Sie Anleitungen, zeigen Sie Ersatzteile und Zubehör, gehen Sie die Startkontrolle durch, zeigen Sie Bedienung und Not-Halt und benennen Sie Einsatzgrenzen und Servicekontakt. Lassen Sie den Käufer die wichtigsten Kontrollen und eine langsame Fahrt unter Aufsicht wiederholen.
Dokumentieren Sie Datum, Seriennummer, Teilnehmer, übergebene Anleitungen, praktische Schritte, offene Fragen und Vereinbarungen. Legen Sie bei einer Probemaschine gemeinsam fest, was geprüft wird und woran Sie den Erfolg messen.
Servicenachweise und Eskalation üben
Zeigen Sie Technikern, was zu einer vollständigen Serviceanfrage gehört: Seriennummer, genaue Ausstattung, Betriebsstunden falls vorhanden, Symptome, Beginn, Einsatzbedingungen, letzte Wartung, Warnmeldungen, Fotos oder Videos und bereits durchgeführte Prüfungen. Eine Meldung wie „Mäher fährt nicht“ verzögert die Fehlersuche.
Befolgen Sie den Wartungsplan und die Motoranleitung und dokumentieren Sie die Arbeiten in zeitlicher Reihenfolge. Unser Leitfaden zum Wartungsprotokoll hilft bei der Ablage. Techniker sollten wissen, wann sie abbrechen, die Maschine sichern und autorisierte Hilfe anfordern müssen.
Teileschulung mit Lagerplanung verbinden
Schulen Sie Teile- und Servicepersonal darin, Verschleißteile und modellspezifische Teile anhand aktueller Zeichnungen, bestätigter Fotos und Seriennummern zu identifizieren. Klären Sie, wer Ersatzteile freigeben darf. Planen Sie Bestände nach Kunden, Auslastung, Servicebedarf und Versandzeiten.
Nutzen Sie bei der Erstbestellung den Leitfaden zum Ersatzteillager für Händler. Teilekenntnis beschleunigt die Diagnose. Maßgeblich bleiben Werkstattunterlagen, Garantieablauf und Qualifikation des Technikers.
Praxisprüfung und Rückblick im ersten Monat
Halten Sie für jede Rolle Ausbilder, Teilnehmer, geprüfte Ausführung, Aufgaben, Ergebnis, nötige Nachschulung und den nächsten Prüftermin fest.
Besprechen Sie nach den ersten Vorführungen, Übergaben und Servicefällen offene Fragen. Aktualisieren Sie Notizen und Kontakte und planen Sie kurze Auffrischungen. Auch etablierte Hersteller schulen regelmäßig: Husqvarna bietet Unterstützung bei Einstieg, Schulung und Einrichtung. John Deere bietet Schulungen zu Produkten, Teilen, Technik, Geschäft, Marketing und Vertrieb.
Was Händleranfragen zeigen
MERI hat 12 anonymisierte Themen aus Händler-, Vertriebs- oder Großbestellanfragen erfasst. Mehrere betreffen Herstellerunterstützung oder beginnen mit einer Probemaschine. Die Anfragen zeigen, dass Händler vor einem breiten Marktstart Unterstützung beim Einstieg erwarten.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Händlerschulung?
Das hängt von Erfahrung, Ausstattung, Einsatz und örtlichen Sicherheitsregeln ab. Entscheidend ist, dass die Teilnehmer die Aufgaben sicher ausführen können.
Darf der Vertrieb beim Kunden vorführen?
Nur wenn die Person für das Modell und die Ausstattung geschult und freigegeben ist, den Bereich sichern und Startkontrollen sowie Not-Halt zuverlässig durchführen kann.
Reichen Schulungsvideos für den Einstieg?
Videos eignen sich zur Wiederholung. Hinzu kommen Übungen an der gelieferten Maschine, aktuelle Anleitungen, beaufsichtigte Einsatzzeit und eine Praxisprüfung.
Welche Angaben gehören in eine technische Eskalation?
Nennen Sie Seriennummer, Ausstattung, Einsatzbedingungen, Symptome, Beginn, Wartungsverlauf, Fehlercodes, Fotos oder Videos und bereits durchgeführte Prüfungen. Stellen Sie die Maschine ab und trennen Sie sie von der Energieversorgung, wenn Anleitung oder Sicherheitslage es verlangen.